Kaltschaummatratzen, das sollten Sie wissen.

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Kaltschaummatratzen gehören zu den beliebtesten Matratzen. Wir Menschen verbringen in der Regel ein Drittel unseres Lebens im Bett. Ausreichend Schlaf ist für unsere Gesundheit wichtig und lässt uns ausgeruht den Anforderungen des Alltags entgegentreten. Menschen, die schlecht schlafen, sind oftmals den Anforderungen des Alltags nicht gewachsen und spielen mit ihrer Gesundheit.

Für einen gesunden Schlaf ist die optimale Matratze wichtig. Welche Matratze optimal ist, hängt von vielen Faktoren ab. Dazu gehören Alter, Geschlecht, Gewicht, Körpergröße und Schlafposition. Wer vorwiegend auf dem Rücken schläft, benötigt eine andere Matratze als derjenige, der Bauch- oder Seitenschläfer ist. Das bedeutet, die eine perfekte Matratze, die für alle Personen gleichermaßen paßt, gibt es nicht. Kaltschaummatratzen erfreuen sich seit einigen Jahren einer steigenden Beliebtheit.

Was sind Kaltschaummatratzen?

Eine Kaltschaummatratze ist eine Matratze, deren Kern aus aufgeschäumtem Kunststoff besteht. In der Regel verwenden Hersteller ein Polyurethan, einen Kunststoff ohne giftige Inhaltsstoffe, den Allergiker gut vertragen. Der Namensteil „Kalt“ bezieht sich auf das Ausgangsmaterial, dessen Aufschäumung bei niedrigen Temperaturen in der Regel mittels Luft geschieht – ohne Treibgase oder FCKW.

Charakteristisch für einige Kaltschaummatratzen, ist in den ersten Tagen ein unangenehmer Geruch nach Chemie. Dieser ist gesundheitlich unbedenklich und verfliegt innerhalb kurzer Zeit nach dem Auspacken und Lüften der Matratze.

Die offenporige Struktur von Kaltschaummatratzen bewirkt Atmungsaktivität und Feuchtigkeitsdurchlässigkeit, sodass sich die Matratze weich und elastisch anfühlt. Eine Kaltschaummatratze wiegt im Vergleich mit anderen Matratzenarten weniger. Sie verfügt über eine gute Wärmeisolation und überzeugt durch eine lange Lebensdauer. Durch ihre hohe Elastizität passt sie sich optimal dem Körper an.

Kaltschaummatratzen – die Herstellung

Kaltschaummatratzen entstehen aus Polyurethane oder PUR (umgangssprachlich PU). Aus diesem Material in seiner Urform entsteht Schaum – nicht wie früher unter Verwendung von FCKW (Fluorchlorkohlenwasserstoffen). Viele Hersteller produzieren den Schaum, indem sie die chemische Grundsubstanz auf Wasser auftreten lassen. Andere verwenden Kohlendioxid, um den Schaum zu produzieren.

Durch das Aushärten des Schaums entweicht die Flüssigkeit der Herstellungsprozesse. Anschließend werden die Schaumblöcke mit verschiedenen Zonen zu einer Kaltschaummatratze zugeschnitten. Die Zonen können unterschiedlich gestaltet sein. Kaltschaummatratzen haben verschiedene Stauchhärten und Raumgewichte.

Vorteile und Nachteile von Kaltschaummatratzen

Kaltschaummatratzen punkten durch ihre Anpassungsfähigkeit an den menschlichen Körper. Sie arbeiten gut mit unterschiedlichen Lattenrosten zusammen. Das Rückstellverhalten dieser Matratzen bei Änderung der Schlafposition ist ausgezeichnet. Ähnliches gilt für die Punktelastizität.

Die Herstellung qualitativ hochwertiger Kaltschaummatratzen erfüllt die Anforderungen an den Ökotex Standard 100. Dieser Standard gewährleistet die Eignung für Allergiker.

Kaltschaummatratzen verfügen über ein geringes Gewicht im Vergleich zu anderen Matratzenarten. Das ist ein Vorteil. Sie lassen sich leichter drehen, wenden und transportieren. Kaltschaummatratzen lassen sich beim Transport falten, ohne Schaden zu nehmen. Ein weiterer Vorteil ist ihre Verfügbarkeit in großer Vielfalt in Größen, Höhen und Härtegraden.

Die meisten Kaltschaummatratzen haben drei bis sieben Liegezonen. Diese Liegezonen lassen z.B. Körperpartien wie Schultern und Becken in die Matratze einsinken, stützen aber trotzdem den Lordosenbereich.

Ein wesentlicher Nachteil von Kaltschaummatratzen sich die nicht genormten Härtegrade. Diese werden von Hersteller zu Hersteller ungterschiedlich angegeben. Härtegrade können sogar zwischen den unterschiedlichen Matratzentypen eines Herstellers variieren.

Kaltschaummatratzen eigen sich mehr für Warmschläfer als für Kaltschläfer. Kaltschläfern empfehlen sich Taschenfederkernmatratzen, da diese große Hohlräume besitzen, und Wärme schneller abtransportieren.

Die fehlende Normvorgaben sowie die große, fast unüberschaubare Vielfalt ist als Nachteil zu werten. Viele Verbraucher fühlen sich bei der Suche nach der optimalen Kaltschaummatratze überfordert.

Die Vorteile von Kaltschaummatratzen:

  • Hervorragende Anpassungsfähigkeit
  • Gutes Rückstellverhalten und hervorragende Punktelastizität
  • Für Allergiker geeignet
  • Geringes Gewicht
  • In allen Größen, Härtegraden und Höhen lieferbar
  • Verfügen über mehrere Liegezonen
  • Für Warmschläfer geeignet
  • Für alle Schlafpositionen geeignet

 

Die Nachteile von Kaltschaummatratzen:

  • Nicht genormte Härtegradangaben
  • Weniger gut geeignet für Kaltschläfer
  • Nahezu nicht Angebotsvielfalt, fehlende Normvorgaben
  • Eignen sich weniger für Kaltschläfer

 

Für wen eignen sich Kaltschaummatratzen, und für wen nicht?

Bauchschläfer schlafen am besten auf einem flachen und festen Untergrund. Hierfür eignen sich Kaltschaummatratzen mit einem höheren Härtegrad. Kaltschaummatratzen eignen sich aber grundsätzlich für alle Schlafpositionen. Allergiker und Menschen mit einer vielfachen Chemikalienunverträglichkeit (MCS) können auf Kaltschaum schlafen. Die Gründe sind hervorragende hygienische Eigenschaften der Matratzen. Gerüche aus der Herstellung verflüchtigen sich nach dem Auslüften.

Zu den positiven Eigenschaften dieser Matratzen gehört das geringe Gewicht im Vergleich mit anderen Matratzen. Dadurch fällt das regelmäßige Wenden oder Drehen der Matratze leichter. Ältere Menschen oder Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen hilft das.

Wenn Sie schnell frieren, profitieren Sie von der guten Wärmeisolation einer Kaltschaummatratze. Weiterhin eignen sich Kaltschaummatratzen für unruhige Schläfer, die sich oftmals hin- und herwälzen.

Kaltschaummatratzen eignen sich für

  • Personen mit Rückenschmerzen
  • Personen die schnell frieren
  • Kinder, Erwachsene und ältere Menschen
  • Betten mit verstellbaren Lattenrosten

Weniger gut eignen sich Kaltschaumatratzen für Personen mit sehr hohem Gewicht, oder Personen die stark schwitzen. Achten Sie beim Kauf einer Kaltschaummatratze auf diese Qualitätsmerkmale:

Qualitätsmerkmale von Kaltschaummatratzen

  • Raumgewicht
  • Höhe der Matratze
  • Schnitt des Kaltschaumkerns (Liegezonen)
  • Qualität des Bezugs

Das Raumgewicht gibt an, wie viele Kilogramm ein Kubikmeter aufgeschäumte Rohmasse wiegt. Umso höher das Raumgewicht, desto langlebiger und punktelastischer sind die Matratzen. Hersteller bieten Kaltschaummatratzen mit einem Raumgewicht von 35 bis 60 Kilogramm an. Gute Qualität bei Kaltschaummatratzen bedeutet ein Raumgewicht von 45 oder mehr.

Die Dicke einer Kaltschaummatratze gibt Auskunft über ihre Leistungsfähigkeit – also den Komfort. Dicke Kaltschaummatratzen sind hochwertiger aber auch teurer. Wichtig ist es hier, zwischen Kernhöhe und Gesamthöhe der Matratze zu unterscheiden. Die Kernhöhe bezieht sich auf den Kaltschaumkern und schließt Umhüllungen und Auflagen (bsp. Bezug) nicht mit ein. Aus der Kernhöhe plus Bezug ergibt sich die Gesamthöhe der Matratze. Hochwertige Matratzen besitzen eine Gesamthöhe von 20 Zentimetern oder mehr.

Die Schnitte im Kern sind bei Kaltschaummatratzen oftmals unterschiedlich. Unterscheiden lassen sich folgende Schnitte: einfacher Schnitt (Querrillen), Wellenschnitt (gewellte Oberfläche) und Drehschnitt (Längs- und Querschnitt). Des Weiteren Kugelschnitt oder 3-D-Schnitt (Oberfläche längs und quer dreidimensional geöffnet).

Die preiswertesten Bezüge für Kaltschaummatratzen bestehen aus Frottee. Hochwertige Bezüge sind atmungsaktive Zellstoffbezüge wie Lenpur oder Bezüge mit Silberfadenausrüstung, die natürlich gegen Hausstaubmilben wirkt.

Der Härtegrad sagt grundsätzlich aus, für welches Körpergewicht sich eine Matratze eignet. Genau genommen ergibt sich der geeignete Härtegrad sowohl aus dem Gewicht als aus der Körpergröße. Bei schweren und großen Menschen verteilt sich das Gewicht anders auf der Matratze, als bei Menschen mit dem selben Gewicht und einer geringeren Körpergröße.

Die meisten Hersteller geben den Härtegrad mittels der Buchstaben F oder H an. Nach den Buchstaben folgt eine Zahl zwischen eins und fünf. Andere Hersteller benutzen Wortbezeichnungen wie weich und mittelfest, um die Festigkeit ihrer Matratzen anzugeben.

Grundsätzlich eignet sich der Härtegrad H1 oder F1 für Personen mit einem Körpergewicht unter 60 Kilogramm. Da wenige Erwachsene so wenig wiegen, ist das Angebot in H1 begrenzt. Kaltschaummatratzen mit einem Härtegrad H1 sind auch als Kinder- und Jugendmatratze geeignet. Wer mehr als 60 Kilogramm wiegt, wählt am besten eine Matratze mit einem höheren Härtegrad.

Matratzen mit dem Härtegrad H2 oder F2 zählen zu den am häufigsten verkauften Modellen in Deutschland. Sie eignen sich für Sie, wenn Sie zwischen 60 und 80 Kilogramm wiegen. Verschiedene Hersteller bezeichnen Matratzen mit dem Härtegrad H2 oder F2 als mittelfest oder mittel.

Matratzen mit dem Härtegrad H3 oder F3 eignen sich für Personen mit einem Körpergewicht ab 80 Kilogramm. Die Obergrenze liegt hier zwischen 100 und 120 Kilogramm. In der Regel empfehlen sich für Personen mit einem Körpergewicht ab 120 Kilogramm Matratzen mit einem Härtegrad von H4 oder F4 (fest, extra-fest).

Der Härtegrad F5 findet sich bei wenigen Herstellern. Dieser Härtegrad in der Regel für Personen ab 140 Kilogramm eignet.

Bei der Auswahl des optimalen Härtegrads kommt es auf Gewicht und Körpergröße an. Aus diesem Grund ist es nicht leicht, den individuell optimalen Härtegrad „blind“ zu bestimmen.

Im Internet bieten viele Anbieter einen Matratzenhärtegradrechner an, der näher auf die Bezeichnungen des Herstellers und die Besonderheiten einer jeden Matratze eingeht. Matratzenfachgeschäfte bieten individuelle Beratung an.

Kaltschaummatratzen – Ein Fazit

Kaltschaummatratzen haben Vor- und Nachteile. Moderne Matratzen dieser Art bieten alle Voraussetzungen für einen gesunden und ruhigen Schlaf. Im Preis-Leistungs-Verhältnis sind sie eine echte Alternative zu anderen Matratzenarten.

Hochwertige 7-Zonen-Kaltschaummatratzen bestehen aus hochelastischen Kaltschäumen. Die wasser- und luftgetriebenen Schäume (frei von FCKW) sind leistungsfähig und besitzen eine lange Lebensdauer.

Grundsätzlich hängen Qualität und die Leistungsfähigkeit dieser Matratzen über viele Jahre von ihren offenporigen und verschiedenartigen Zellstrukturen ab. Diese ist für dauerhafte Elastizität und Punktelastizität verantwortlich.

Trotzdem sind Kaltschaummatratzen nicht für jeden geeignet. Wer vorhat, die optimale Matratze für sich zu finden, der schließt am besten verschiedene Faktoren in die Kaufentscheidung ein. Dazu gehören Körpergröße, Gewicht, Vorerkrankungen, Alter, Schlafposition und andere Faktoren.

Achten Sie beim Kauf auf:

  • das Raumgewicht (mind. 40 Kilogramm oder mehr)
  • Ist die Matratzen unabhängig geprüft? (TÜV oder ein anderes zugelassenes Prüfinstitut)
  • die Garantie (mind. fünf besser zehn Jahre)
  • individuelles Probeschlafen

 

Wenn Sie eine Matratze ohne unangenehme Ausdünstungen und Gerüche kaufen wollen, achten Sie auf die ökologische Unbedenklichkeit. Diese weist zum Beispiel das Ökotex Zertifikat aus.

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