Die richtige Matratze finden

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Alle sieben bis zehn Jahre sollten Sie eine neue Matratze kaufen. Immer wieder stellt sich die Frage, welche denn die richtige Matratze ist. Federkernmatratze, Taschenfederkernmatratze, Tonnenfederkernmatratze, Latexmatratze, Kaltschaummatratze, Komfortschaummatratze, Matratze aus Visco-Schaum und, und, und. Haben Sie da den richtigen Durchblick? Wie finden Sie heraus, welche Ausführung die beste für Sie ist?

Die Empfehlungen der Testorganisationen, z.B. die Stiftung Warentest, gehen teils weit auseinander. Eines ist klar: Die richtige Matratze ist nur dann gewählt, wenn sie zu Ihnen passt – wenn die Liegeeigenschaften genau auf Sie abgestimmt sind und wenn letztendlich auch der Preis stimmt. Hier passt der Ausdruck „Qualität hat ihren Preis“ ausnahmsweise nicht (auch wenn die Hersteller anderer Meinung sind), denn auch günstige Matratzen können für Sie die richtige sein.

Welche Matratzen mit welchen Eigenschaften gibt es?

Um herauszufinden, welches die richtige Matratze ist, braucht es erst einmal einen groben Überblick über die Matratzenarten.

Eine Federkernmatratze punktet durch einen guten Feuchtigkeitstransport. Sie sind ideal, wenn Sie schnell schwitzen. Nachteilig ist jedoch die vergleichsweise rasche Kuhlenbildung. Federkernmatratzen sind schwer und unhandlich.

Boxspringbetten sind extrem teuer, sperrig und schwer. Ihr Härtegrad ist oftmals falsch ausgewiesen. Dafür ist ihre Höhe von bis zu 70 cm sehr komfortabel. Sie ermöglichen Ihnen so ein leichtes Hinlegen und Aufstehen.

Die Latexmatratze ist aufgrund ihrer sehr guten Wärmedämmung für Sie geeignet, wenn Ihnen schnell kalt wird. Das Schlafklima ist eher warm. Eine Latexmatratze ist robust und langlebig, gleichzeitig weich und bietet einen hohen Liegekomfort. Der Feuchtigkeitstransport ist eher schlecht. Wenn Sie schnell schwitzen, ist eine Latexmatratze weniger für Sie geeignet. Latexmatratzen sind im Transport wabbelig und unhandlich.

Eine Kaltschaummatratze ist leicht und läßt sich einfach wenden. Kaltschaummatratzen bieten eine gute Wärmeisolierung und sind ideal für Sie, wenn Sie schnell frieren. Allerdings bilden sich bei niedrigem Raumgewicht und geringer Punktelastizität Liegekuhlen. Oft geben die Hersteller einen Härtegrad an, der mit der Realität nicht überein stimmen. Das kann bedeuten, das die Kaltschaummatratze zu hart oder eben zu weich ist, und so ein erholsamer Schlaf kaum möglich. Der Liegekomfort paßt nicht zu Ihrem Körpergewicht.

Matratzen mit Visco reagieren auf Ihre Körperwärme. Dadurch paßt sich Visco exakt an Ihre Körperkontur an. Viscomatratzen eignen sich für Sie, wenn Sie Rücken- und Nackenprobleme haben. Für Bauchschläfer ist eine Viscomatratze nicht zu empfehlen.

Auch Schaummatratzen seien an dieser Stelle erwähnt – sie sind einheitlich, bieten keine Liegezonen und keine Unterstützung für den Körper. Dafür sind sie aber billig und relativ leicht.

In der Regel haben Matratzen aller Arten Liegezonen. 5 – 7 Zonen finden Sie am häufigsten. Nicht jede Matratze paßt zu jedem Lattenrost. Das sollten Sie im Detail erfragen.

Welche Matratze ist die richtige?

Nach diesem kurzen Überblick stellt sich erneut die Frage: Welche ist denn nun die richtige Matratze? Diese Frage lässt sich leider nicht pauschal beantworten. Matratzen haben alle ihre Vor- und Nachteile. Daher sollte vor Ihrem Matratzenkauf nach Möglichkeit ein Probeliegen stehen. Wenn Sie in einem Laden kaufen wollen, können Sie dort Probe liegen. In der Kürze der Zeit ist ein endgültiges Urteil jedoch eher schwierig

Daher sollte das Probeliegen idealerweise auch im heimischen Schlafzimmer möglich sein. Onlinehändler bieten so etwas in der Regel an. Sie gewähren Ihnen teilweise bis zu 100 Tage Testzeit. Die Umstellung auf eine neue Matratze gelingen oft nicht sofort. Geben Sie sich etwas Zeit. Nicht selten stellt sich Ihre neue Matratze nach drei bis vier Nächten als ideal heraus.

Wichtig zu wissen: Die angegebenen Härtegrade stimmen meist nicht überein – schon gar nicht herstellerübergreifend. Das bedeutet, dass eine H2-Matratze, die eigentlich weicher sein sollte als die H3-Ausführung, durchaus mit ihrem harten Liegekomfort überraschen kann. Um das einschätzen zu können, hilft tatsächlich nur das Ausprobieren. Auch die Liegezonen sollten beachtet werden – sehr kleine oder sehr große Menschen treffen diese Zonen beim Liegen nicht einmal. Zudem ist noch nicht richtig klar, ob die Liegezonen tatsächlich sinnvoll sind oder ob es nicht doch auf einen guten Lattenrost, die passende Matratze und ein angemessen hohes Kopfkissen ankommt, wenn der Schlaf gut sein soll.

An jedes Detail denken: Die richtige Matratze auswählen.

Noch immer ist die Frage nach der richtigen Matratze nicht beantwortet. Das hat einen einfachen Grund: Eine pauschale Stellungnahme ist einfach schwierig! Jeder Mensch stuft die für ihn passende Matratze anders ein, hier gibt es keine allgemeingültige Formel à la „Wenn ein Mensch xx cm groß und yy kg schwer ist, ist die Matratze von zz die richtige Wahl“. Vielmehr kommt es auf viele verschiedene Punkte an, die von Körpergröße und Gewicht über Schlafgewohnheiten und Vorlieben bis zu Härtegraden und den finanziellen Möglichkeiten reichen. Und vorhandene Lattenroste bedürfen im Zusammenspiel dann auch der Prüfung.

Daraus ergibt sich eine Art Matrix. Verändert sich ein Parameter, kann eine andere Matratze die passendere für Sie sein. Nehmen wir einmal an, Sie sind 1,75 m groß, 83 kg schwer, männlich, Rückenschläfer. Oder Sie sind 1,60 m groß, 50 kg schwer, weiblich, Bauchschläfer. Für diese beiden Typen kommen jeweils andere Matratzen infrage. Die Hersteller würden hier davon ausgehen, dass Person A einen Härtegrad 3 braucht, Person B müsste mit Härtegrad 2 gut beraten sein.

Wirklich jedes Detail ist wichtig

Bauchschläfer und Rückenschläfer brauchen keine separate Stütze für die Hüfte. Bei einem Rückenschläfer muß der Schulterbereich stärker gestützt werden. Kommt nun noch als Aspekt hinzu, dass Person B gern härter liegt und Person A unter Nackenverspannungen leidet, ist der Verkäufer im Matratzenshop nicht selten hoffnungslos überfordert. Nicht zuletzt spielt das Budget eine entscheidende Rolle: Wer Boxspringbetten mag und darauf ganz toll liegen kann, muss sie vielleicht dennoch von seiner Favoritenliste streichen. Sie sind einfach zu teuer. Eine gute Matratze aus Kaltschaum auf einem höheren Bett kann ebenso wohliges Schlafgefühl bewirken und ist deutlich günstiger.

Bitte beachten Sie auch: Wer nachts stark schwitzt, braucht eine andere Matratze als jemand, der ein großes Wärmebedürfnis hat. Also eher zum nächtlichen Frieren neigt. Gleichzeitig sind nicht alle Matratzentypen gleich gut in puncto Feuchtigkeitstransport. Somit ergibt sich das Problem, dass eine Matratze zwar schön warm hält, gleichzeitig aber Schweiß kaum abtransportiert. Das Schlafklima und somit der Schlafkomfort verschlechtern sich damit immens! Ein weiterer Punkt auf der Matrix, die für eine optimale Matratze wichtig ist.

Versprochen wird viel – gehalten etwas weniger

Die Matratzen-Hersteller übertreffen sich gern mit den Lobliedern, die sie auf ihre Matratzen singen. Jeder will der beste Hersteller sein, jede Matratze ist die gesundheitlich empfehlenswerteste. Niemand berücksichtigt hier, dass die Vorlieben der Menschen unterschiedlich sind und dass es die eine, perfekte Matratze nicht gibt.

Im Prinzip ist jedes Matratze-Schläfer-Paar ganz individuell. Viele Menschen haben bereits erlebt, dass sie nach einer starken Gewichtszu- oder –abnahme schlechter geschlafen haben. Sie konnten einfach nicht mehr so bequem liegen. Die altgewohnte Matratze war schon zu sehr eingelegen. Sie hatte vielleicht schon Liegekuhlen. Der Härtegrad ist nach dem Gewicht des Menschen ausgerichtet. Überschreiten Sie die Grenzen der Härtegrade, kann das durchaus zu Problemen führen. Ihre alte Matratze wird bei Ihren Gewichtsveränderungen plötzlich als zu hart oder zu weich empfunden.

Viele Hersteller vertreten die Meinung, dass ihre Matratzen nur auf ganz bestimmten Lattenrosten liegen könnten. Nur die passende Kombination aus Lattenrost und Matratze würde die optimalen Eigenschaften der Bettauflage zutage bringen. Das stimmt aber so nicht ganz. Tests haben auch das Gegenteil bewiesen. Die Stiftung Warentest war sogar der Meinung, dass derartige Empfehlungen nicht wirklich aussagekräftig sind. Teilweise kann eine starre Standardunterlage sogar besser sein, als die empfohlenen verstellbaren Lattenroste.

Fazit: Die richtige Matratze über mehrere Faktoren finden

Um die perfekte Matratze vereint ein optimales Liegeerlebnis mit dem besten Schlafkomfort. Klar ist, nicht jede Matratze paßt zu jedem Menschen. Die persönlichen Gegebenheiten sind zu berücksichtigen. Gewicht, Körpergröße, Schlafgewohnheiten, eventuelle gesundheitliche Beeinträchtigungen, Vorlieben bezüglich des Härtegrades und nicht zuletzt das Budget bilden eine Art Matrix, bei der die einzelnen Faktoren zur individuell passenden Matratze führen.

So verwundert es nicht, dass so mancher Ehepartner nicht auf der anderen Bettseite liegen kann. Die andere ist einfach nicht die richtige Matratze! Für leichtere Menschen ist es einfacher, die passende Matratze zu finden. Die besten Eigenschaften der meisten Matratzen, sind auf ein mittleres Körpergewicht abgestimmt.

Wer zu schwerer ist, kann Probleme bekommen. Die Schultern sinken zu tief ein. Es bildet sich ein Rundrücken, das Becken wird zu wenig gestützt. Wer etwas mehr Gewicht auf die Waage bringt, sollte daher noch mehr Zeit zum Probeliegen einplanen und die Matratze einem ausreichend langen Test unterziehen.

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